Sunday, 5 July 2015

Sommer

Griechenland hat seine Regierung wiedergewählt. So viel demokratische Energie ist nur zu bewundern. Jetzt haben sie vielleicht endlich mal Zeit, das Land zu regieren.
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Greece has re-elected its government. This demonstration of democratic energy is admirable. Maybe the creditors will now leave them some space to actually do some governing.
 So schaut er aus, der Sommer hier auf dem Land *** This is what summer looks like here in the countryside
Kochen ist bei 35°C keine Option - Schwimmen, Biergarten und ein bisschen Kuchen geht auch immer
Cooking is out with 35°C. We eat in beer gardens, go swimming, and there is always room for a piece of cake
Und da sind sie, die bayrischen Strände (oben Wiesmühle, grandios mit Biergarten. Wir waren oft dort mit unserer Mutter, sie sah ihren "Kindern" gern beim Planschen zu)
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And this is what the Bavarian beaches look like. The above one has a beer garden attached to it! We often went there with Mum, she loved watching her "children" splash about.

Thursday, 2 July 2015

Rettet die Griechen!

Unten habe ich noch einen Artikel von der Bloomberg-Website zitiert, wer englisch lesen kann. 
Der politische Philosoph Edmund Burke sagte einmal: Ich kenne keine Methode, nach der man eine ganze Nation unter Anklage stellen kann.

Ich finde, wir zeigen jetzt den Politikern, vor allem der "schwäbischen Hausfrau" Schäuble (eigentlich eine Beleidigung aller schwäbischen Hausfrauen), wie man ein leidendes Land unterstützt. Ihr habt doch sicher alle schon mal in Griechenland einen wunderbaren Urlaub verbracht? Unterstützt diese fantastisch kreative Initiative! Wenn's nicht klappt, kriegt ihr euer Geld zurück. Haha.

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The political philosopher, Edmund Burke, said: I do not know the method of drawing up an indictment against a whole people.

Here's a way to show your political will, cutting out the middlemen. Think of your last Greek holiday and support Greece with this fabulously creative initiative that uses the power of the internet for a good thing. Save Greece or your money back!
Here is a quote from the Bloomberg site (hardly known for extreme leftwing opinions):

Europe Wants to Punish Greece With Exit

In my more than 30 years writing about politics and economics, I have never before witnessed such an episode of sustained, self-righteous, ruinous and dissembling incompetence -- and I'm not talking about Alexis Tsipras and Syriza. As the damage mounts, the effort to rewrite the history of the European Union's abject failure over Greece is already underway. Pending a fuller postmortem, a little clarity on the immediate issues is in order.
On Monday, European Commission President Jean-Claude Juncker said at a news conference that he'd been betrayed by the Greek government.
The creditor institutions, he said, had shown flexibility and sought compromise. Their most recent offer involved no wage cuts, he emphasized, and no pension cuts; it was a package that created "more social fairness." Tsipras had misled Greeks about what the creditors were asking. The talks were getting somewhere. Agreement on this package could have been reached "easily" if Tsipras hadn't collapsed the process early Saturday by calling a referendum.
Related: Greece Default Watch
What an outrageous passel of distortion. Since these talks began five months ago, both sides have budged, but Tsipras has given vastly more ground than the creditors. In particular, he was ready to accede to more fiscal austerity -- a huge climbdown on his part. True, the last offer requires a slightly milder profile of primary budget surpluses than the creditors initially demanded; nonetheless, it still calls for severely (and irrationally) tight fiscal policy.
And this is what the Guardian says

Tuesday, 30 June 2015

Hallo Welt! hello World!

Eine Ode an meine Bloggemeinde (nein das klingt blöd, wie Kirche. Community? noch blöder. LeserInnen? was solls - an euch alle, die mir die Freude machen, meine Bloggeschichten zu lesen.
Eine poetische Auswahl!
Mit Blumen, und solchen die es vielleicht mal werden, aus meinem Terrassengärtlein.
Danke!
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An ode to all my readers, every day, and apparently, all over the world! This is just a choice of a few...
And some flowers and promising buds for you - from my terrace garden.
Aus Portugal und United Kingdom, aus Mountainview, California
Neuerdings auch aus Athen (war es vielleicht Varoufakis?)
Kaunas, Litauen und Postbauer, Heng
Geipolsheim und Paulinenaue
Hintertux und Pfunds, Tirol
Löbau und Apolda, Arad in Rumänien
Noreaz, Champagne und Dorubim
Pressbaum, Böhl-Iggelheim, Halle, Dresden
Erlangen und Concarneau (das gibt's wirklich?)
Wien, Bologna,  und Naperville, Illinois
Zürich, Winterthur, St. Gallen. Flörsheim, Höhenkirchen, Genf
Perth, Perugia, Pfaffenhofen, und immer wieder München 
und...danke für das Rosensalz aus Wien!

Saturday, 27 June 2015

Eine sehr süddeutsche Pasta

Eigentlich wollte ich Nudeln machen, genauer gesagt Trofie (ein anderes Mal...)
Da ich kein Hartweizenmehl hatte, hab ich eine Kaffeemühle voll Hartweizengrieß fein gemahlen und mischte ihn in einer Schüssel mit ungefähr genausoviel Weizendunst (Wiener Grießlermehl).
*Ich kaufe übrigens mein gesamtes Mehl jetzt beim Bäcker Daumoser in Grafing, bio und frisch von der Draxmühle in Rechtmehring. Sogar beim Herrmannsdorfer gibt es ganz günstiges Biomehl!*
Das Mehl vermischte ich mit eine einer Prise Salz und einer lässig geschätzten Menge warmem Wasser.
Der Teig war dünnflüssig.
Also gab ich noch eine Ladung Roggenmehl dazu. Und ein Ei, weil ich an diesem Punkt die Vorstellung von Trofie schon aufgegeben hatte.
Und siehe da, es wurde ein Spätzleteig!
Und was für einer!
Durch das Roggenmehl wurden die Spätzle ein bisschen fester, richtig wie kleine Nodini. Also doch noch Pasta.
Mit meinem Spätzlehobel hobelte ich den Teig ins kochende Wasser, und in Minutenschnelle schwammen bildschöne Teigknöpfchen an die Oberfläche. 
Während die Spätzle abkühlten, machte ich in meinem Minimixer ein schnelles Pesto aus viel Basilikum, grobem Meersalz, Pinienkernen und Olivenöl (ohne Parmesan, der kommt nacher drauf. So bleibt das Pesto länger frisch).

Die Spätzle werden kurz in Butterschmalz oder Olivenöl gebraten, dann mit Pesto und Parmigiano angerichtet.

Am nächsten Tag hab ich die restlichen Spätzle in einer Pfanne mit einer geraspelten gelben Zucchini und etwas Chili gebraten, zusammen mit dem Pesto ist es ein umami-Erlebnis der anderen Art!!

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The second lot of spätzle I fried with a grated yellow courgette - heaven!






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I started off this lunch by trying to make pasta, more precisely, trofie. They will have to wait.
By the time I had mixed the flour with the salt and the lukewarm water, the mixture was to runny to form anything solid, so I added an egg and some more rye flour and decided to make spätzle. They are something like a Southern German pasta, where the thick batter is worked through a kind of strainer with big holes an dropped into boiling water.
They rise when they are done, after a few minutes.
When I tried to make these in England, I found that plain flour is no good for making spätzle. If you want to try it, use stronger bread flour.
Similar to making fresh pasta, you use about one egg to 100g flour, but you add water to get a runny batter. Good luck!
I served them with a home-made pesto - oregano leaves, pine nuts, olive oil, my Portuguese flor de sal. No cheese, this way it keeps better. Just grate the cheese over the dish at the table.
Die Nachspeise gab's im Garten meiner Freundin B., einen köstliche Engadiner Walnusskuchen.
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I got my dessert in my friend B.'s garden - a delicious Swiss honey and walnut tarte.

Wednesday, 24 June 2015

Hefeteig, idiotensicher


Das kühle "Sommer"wetter veranlasst mich, weiterhin möglichst in der Nähe des Backofens zu bleiben.  Seit jeher habe ich eine Angstliebe zum Hefeteig; schon meine Mutter fürchtete seine Launen ("vor dem hob i Respekt!") und hielt sich eher an ihren zunehmend berüchtigten Apfelkuchen. Ich habe mich immer wieder am 'Hefadoag' versucht, vom Pizzateig, der ja meiner Freundin B. so trügerisch leicht von der Hand ging, bis zum Zopf,  dann mal Blinis, die gehen immer, und meine Nuss-Schnecken (ich finde es fast körperlich unmöglich, Worte mit drei s zu schreiben), die waren auch nicht ganz daneben.
Gestern abend überkam mich die Brioche. Schlau gemacht habe ich mich bei französischen Blogs wie dem von Micha, bei Bernard, und bei Aurélie.
Für sie alle schien  das Brioche backen etwas zu sein, was sie locker aus dem Ärmel schütteln.
Und wie sich herausstellte, kann ich das auch!
Ich hielt mich ganz brav an die Anweisungen, und siehe, mein Brioche ist wunderbar leicht und luftig geworden, absolut unwiderstehlich. Beim Frühstück musste ich mich geradezu beherrschen...und machte anschließend einen sonnig-grünen Spaziergang.

Hier noch ein Bild zum Thema: Die weibliche Form meiner Brioches*** The brioche brassiere
So geht's:
250 g Mehl (am besten Typ 550) mit 20 g Zucker und einer kräftigen Prise Salz in einer großen Schüssel mischen
20 g frische Hefe in 40 ml lauwarmer Milch auflösen, zum Mehl geben
3 Eier nach und nach in den Teig rühren, dann langsam 125 g weiche Butter dazuschlagen

Ich fing mit einem hölzernen Kochlöffel an, dann knetete ich weiter. 
Zuerst war der Teig ein einziger Batz, aber nach längerem Kneten löste er sich langsam von meinen Händen.
Zugedeckt an einem warmen Plätzchen eine Stunde gehen lassen.
Die Förmchen mit Butter und Mehl vorbereiten.
Ich habe zwei mittelgroße Kuchenformen genommen, aber man könnte kleine Bällchen in der Muffinform backen wie Kamafoodra.
Den Teig nochmal richtig verschlagen und durchkneten und wieder aufgehen lassen, diesmal sollte er sich verdoppeln. 
Ofen auf 180°C vorheizen
Je nach Größe zwischen 8 und 15 Minuten goldbraun backen - dabei bleiben und aufpassen!
The rather cool summer weather so far has inspired me to stay close to my oven. Yesterday I decided to tackle the yeasty dough variety again, to make a brioche. Working with yeast can be a temperamental affair, sometimes the dough rises, other times it behaves perfectly. 
This brioche was a model of a brioche, it out-brioched itself. So flakey, so fluffy, so fine...
If you are using dried yeast and really want to push the boat out, use this recipe from Dan Lepard. 

If you are working with fresh yeast, this is how it goes:

In a large bowl, mix 250g plain flour with 20g sugar and a good pinch of salt
Dissolve 20g fresh yeast in 40 ml lukewarm milk, then stir it into the flour mix
Slowly add 3 eggs (room temperature) and then stir in 125g softened unsalted butter. I use a large wooden spoon for this.
Knead the dough until it becomes supple and leaves the sides of the bowl (I started with an unholy sticky mess which eventually gave in and became dough-like)
Cover the dough and leave to prove for about an hour in a nice warm spot.
Butter and flour your tins. Knead and beat the dough again and leave it to rise until it's doubled its size. Preheat oven to 180°C
I made two large brioches, but you could now easily divide the dough into balls and bake them in a muffin tin.
Depending on the size of your brioches, bake for 8 to 15 minutes until they turn a golden brown.
Stay and watch!
 
Auf geht's zum cream tea, am nächsten Tag kann man dann Arme Ritter damit machen
 *** 
Cream Tea for all! And tomorrow, they make a grand French toast!

Sunday, 21 June 2015

Gnocchi? Knödel? Gnödel!

Sommeranfang: zehn Minuten Abendsonne, dann wieder Regenwald
Summer begins today: ten minutes of evening sun and back to rain forest  

Das Wetter ist weiterhin grauenhaft, es erlaubt kein seelenheilendes Schwimmen im Steinsee, dafür treibt es mich in die warme Küche: Marmorkuchen, Quiche, wärmende Suppen... 
Beim Blogsurfen bin ich wieder einmal auf ein perfektes Rumfortrezept gestoßen; solche Rezepte machen mich glücklich, weil sie ein kleines Mosaiksteinchen im großen Kampf gegen das Wegschmeißen sind. 
Für meine Arbeit habe ich gerade über die sinnlose, kriminelle Verschwendung von Lebensmitteln recherchiert - man geht davon aus, dass die Hälfte unserer globalen Nahrung auf dem Müll landet. Frankreich ist übrigens das erste Land, das gesetzlich dagegen vorgeht: seit Mai dürfen Supermärkte keine Lebensmittel mehr vernichten, sondern sie sollen u.a. "Spenden-Abkommen" mit karitativen Einrichtungen eingehen. Es gibt natürlich Läden und Restaurants, die das - oft unter der Hand - schon lange so handhaben. Immer mehr wird das Bewusstsein über den grotesken Umgang mit Nahrungsmitteln auch sehr aktiv durch Blogger verbreitet - man muss nur mal "blogs food waste" googeln.
Heute geht es mir vor allem um altes Brot. Ich hab das noch aus meiner Kindheit so drauf, dass es eine Sünde ist, Brot wegzuwerfen und habe immer ein total schlechtes Gewissen, wenn ich gutes Biobrot einfach nicht mehr essen mag (Kindheitserinnerung: man isst ständig nur altes Brot, weil das frische erst angeschnitten werden durfte, wenn das alte Brot weg ist).
Leider können selbst die Nachbarshühner nur begrenzte Mengen davon essen, und die vielen Pferde bei uns draußen darf man überhaupt nicht füttern.
Also friere ich es ein, ich mache Semmelbrösel und Croutons aus altem Weißbrot, Arme Ritter und Semmelknödel. Aber was macht man mit altem Roggenbrot? Bei uns gab es viel Brotsuppe, und in Portugal entdeckte ich die schmackhafte Sopa Alentejana.
Aber heute gibt es mal Schwarzbrot-Gnocchi:
Im Originalrezept sehen sie gnocchimäßiger aus als bei mir, wo eher große Nocken, oder sagen wir's ehrlich, Knödel draus wurden. Solche Knödel, wie man sie in Südtirol auch immer gerne isst!
Natürlich habe ich mich nicht genau an das Rezept gehalten, aber das muss jede für sich selbst herausfinden.
Ich habe auch keine Rolle gemacht, sondern die Nocken mit Löffel ausgestochen. Und statt Spinat nahm ich "Baby"-Mangold und Rote-Bete-Blätter, die ich gestern auf dem Viktualienmarkt entdeckt habe.
An Guadn! (Guten Appetit, für Nordlichter).
Weather continues to be horrendous, no chance of a healing swim in my favourite lake. Instead, I am spending more time in the warm kitchen: baking a marble cake and a quiche, making warming soups...
On my rambles through the food blogs I recently found a perfect recipe against food waste, something that is close to my heart. Every recipe that uses up leftovers stands for a small step in the fight against food waste. When I researched this topic for an article recently I found out that about half our global food is thrown away! The first country to do something about it is France, which just made it illegal for supermarkets to waste food; instead they have to partner with charities that make use of it. Of course, some restaurants, markets and shops have been doing this for years, but making the grotesque destruction of food illegal carries more real clout.
If you google "blogs food waste", you can see how many food blogs and initiatives are now committed to this struggle.
 
My own private shame campaign has long been throwing away stale bread. Despite growing up with the idea that throwing bread away is a mortal sin, I enjoy the luxury of eating fresh bread rather than always finishing off an old loaf...
I make my own breadcrumbs and croutons, I feed my local chickens and I love a French toast, but what to do with the more common rye and wholewheat bread? 
I remember the bread soups of my childhood, and in Portugal I came across this super delicious Sopa Alentejana, which can be made with any type of bread.
A recent discovery was an Italian recipe for gnocchi made of stale brown bread. OK, so mine turned out more like dumplings, but they are still quite delicious.
Cut about 300g of wholemeal bread into small cubes, 
Leave the bread to soak in 200ml milk, add a pinch of salt
Wilt two or three handfuls of fresh spinach (I used baby chard and beetroot leaves) with a knob of butter and a cupful of grated parmesan
Add this to the softened bread, mix in an egg and about 100g flour (or enough to make a firm mixture)
Now boil water in a large saucepan, form gnocchi with a large soup spoon and drop them in the pan
They are done when they float to the surface.  
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I ate them with browned butter and grated parmesan, but you could also try them with a tomato sauce.

Tuesday, 16 June 2015

Tortilla, Frittata, Omelette, Eierkuchen, - Hauptsache Ei ist drin!

 Sonntags scheint ja doch hin und wieder die Sonne, unter der Woche schläft man dann wieder eher mit Wollsocken.
  
Beim Kochen setze ich derzeit gerade auf Erprobtes und keine Experimente, und da sind Eier halt oft die rettende Idee. Frittata geht immer (das Foto oben habe ich übrigens mit der vom Lastwagen überfahrenen Lumix-Kamera gemacht, geht auch blind, anscheinend; das untere mit meiner alten aber gesunden Nikon Coolpix)
Hier sehen wir folgende Zusammensetzung:
Eine geraspelte Zucchini in etwas übriggebliebener, selbst gemachter guter Tomatensauce und einem Schuss Gemüsebrühe garen
2 Eier mit einem Löffel Crème fraîche, einem Schuss Mineralwasser, einer Handvoll Kräuter und etwas geriebenem Bergkäse verschlagen, salzen, pfeffern
Über die Zucchini gießen, langsam stocken lassen
Falls vorhanden, ein paar Scheiben Ziegenkäse oben drauf unter dem Grill schmelzen lassen. Oder auch nicht.
 

My cooking is still in the recovery phase, no major inspiration, but this is where the egg comes in useful. Eggs with almost anything can save lives, and frittata is a wonderfully quick dish.
(the picture of the frittata on top I made with my little half-dead Lumix camera that was run over by a lorry (shooting blind), the one below with my old Nikon Coolpix)
Here, a grated courgette was softened in some leftover home-made tomato sauce and a dash of vegetable stock.
Then I beat two eggs with a spoonful of crème fraîche, a dash of mineral water, a handful of herbs, salt and pepper and some grated cheese.
Pour the egg mix over the courgettes and leave to set
If you have it handy, place some rounds of goat's cheese on top and put it under the grill to brown.
 Sundays seem to be the sunny days at the moment, the rest of the time it's back to wearing socks in bed.

Saturday, 13 June 2015

Tränen lachen, Plätzchen backen



Gestern war die wunderschöne Trauerfeier für unsere Mutter in der Grafinger evangelischen Kirche. Meine Mutter war ja eine der ersten zuag'roasten Protestanten im katholischen Grafing, später mit den Flüchtlingsströmen gab es dann eine wachsende Gemeinde. Aber als Kinder wurden wir noch, getrennt von der "richtigen" Schule - in strenger Apartheid - in einer evangelischen Großklasse 1-4 im Türmchen der Grafinger Turnhalle untergebracht. Also brachte uns selbst unsere Konfession etwas von dem Aussenseitertum, das wir später anderswo suchten.
Aber es war schön, wie gestern alle Besucher der Feier für unsere Mutter - katholisch wie evangelisch - einstimmig das gleiche Lied sangen, und sie schienen auch alle denselben Gebeten und Ritualen zu folgen.
Gejodelt wurde auch in der Kirche.
Anschließend begossen wir mit ein paar Freundinnen das Leben meiner Mutter (sie war ja irgendwie eine Universalmutter) mit einem feinen Crémant. Und fuhren natürlich an den Steinsee.
Dazu hatte ich am Morgen, anstatt nur rumzusitzen und auf die Abschiedsfeier zu warten, ein paar Plätzchen gebacken.
Auf dem Blog von Daniel Etherington, wo ich ja schon öfter mal was gelernt habe, fand ich dieses einfache aber edle Buttergebäck, das in seiner Form mit den Zähnchen an ein eher langweiliges, steinhartes deutsches Industrieplätzchen erinnert, aber im Geschmack nicht damit zu vergleichen ist.

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Yesterday we had a little good-bye celebration for Mum in our local protestant church. Although she believed in her "good spirit" rather than a God, she was on friendly terms with the pastor and we thought she would have liked the ceremony which united all her friends across confessions - or no confessions, as the case may be, in singing and celebrating her life.
Afterwards, we had another, more private send-off for Mum, with bubbly and close friends, followed by a refreshing swim.
In the morning, while waiting for the event to begin, I was overcome by the desire to bake the buttery little biscuits I had just seen on Daniel Etherington's blog, Bread, Cakes and Ale, a constant source of baking inspiration.Find the recipe here.
Und so gehen sie, die "Petits-beurre":

100g unsalted butter, chilled and diced
100g kalte Butter in Stückchen schneiden und mit 250g Mehl, 50g Zucker und einer Prise Salz streuselartig verkneten, mit 100g flüssigem Schlagrahm (oder crème double falls ihr sie findet) schnell zu einem glatten Teig verarbeiten.
Teig zu einer Kugel formen und flachdrücken, im Kühlschrank ca. 30 Minuten ruhen lassen
Ofen auf 180°C aufheizen, Backblech mit Backpapier belegen.
Teig 1/2cm dünn ausrollen.
Dan hat ihn mit einem passenden Zackenausstecher ausgestochen, ich habe freihändig mit einem Pastateigrädchen Rechtecke (naja) ausgeschnitten
Mit einer Gabel diagonal einstechen (habe ich vergessen)
Ca. 15-20 Minuten backen, bis die Plätzchen goldbraun werden.
An meinen Butterplätzchen hatte das Mütterlein ja bis zum Schluss nie was auszusetzen!
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My butter shortbread was one of the things Mum always and uncritically enjoyed
 Ich habe die Plätzerl noch mit Zitronenguss überzogen, braucht's im Original nicht, aber, auf Neudeutsch: too much of a good thing can be great...
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I topped the biscuits with lemon icing (not in the original, I just like gilding the lily)
 
 Sie sind ja wie geschaffen als Begleitung zu Schaum- und Süßweinen!
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They are a match made in heaven with bubbly or dessert wines!

Wednesday, 10 June 2015

Neustart

Die letzten Tage waren erwartungsgemäß ein anstrengendes Wechselbad aus Organisieren, Autokauf und langen Fußwegen, unkontrollierbarem Gelächter und Freude über die unfassbar vielen schönen Gedanken und Worte, die uns von überall erreicht haben. Ich schäme mich ja fast, neben Trauer auch eine an Euphorie grenzende Erleichterung über das schnelle Ende der Leidensgeschichte zu empfinden, aber es ist so.
Dank unserer lieben Freundin und Lieblingswirtin aus Taglaching kamen wir sogar - autolos, wie wir waren - zu unserer Ganzheitswassertherapie und Instant-Wellnesszone Steinsee. Gestern habe ich dann mein neues Auto abgeholt, den Golf, der mich hoffentlich jetzt ein paar Jahre begleiten wird.
Diesen Freitag um 14h verabschieden sich die Grafinger von unserer Mutti und "ihrer Trudl" mit einer kleinen Gedenkfeier in der evangelischen Kirche in Grafing.
Und ich kann es kaum erwarten, nach Tagen von Kartoffelbrei und Rühreiern zurück in meine kreative Küche zu finden!
 Die Erbsen sprießen schon - The peas are already sprouting
The last few days were the expected rollercoaster of feelings, of organisation, phone calls, car buying and long carless cross country walks. We were happy about the warmth and love that we felt from our and Mum's friends, and moments of uncontrollable hilarity. I am almost ashamed to admit to a wave of relief bordering on euphoria.
Our lovely neighbour took us, both car-less, to our lake knowing that this is the best soul soother there is for me and my sister. And yesterday I collected my "new" car, a very handsome oldie that I hope will stay with me for the next few years.
And - having lived on mashed potatoes and eggs for the past days, I can't wait to get back into the kitchen and get cracking with fat, sugar, flour, healthy herbs and vegetables!

Monday, 8 June 2015

7.6.2015

Es war wie ihre letzte Bergtour: sie hat regelmäßig und schwer geatmet und kaum waren die Töchter und die beste Freundin gegangen, hat sie losgelassen und ist um drei Uhr gestorben. Alles ist gut.
Ich hab die Kommentarfunktion geschlossen, ich weiß doch, dass ihr an mich denkt.
Mum went on her last mountain hike yesterday.
As soon as we gave her the space she needed to let go she died yesterday, at 3p.m. All is well.
I closed comments because I know you are thinking of me.

Friday, 5 June 2015

The return of the cake

 Und danke für dieses Foto, Constanze! Das Glück findet sich oft unerwartet..
Das Leben geht natürlich weiter, es wird gearbeitet, gekocht, gefrgessen, geflucht, geweint, geschwitzt und ein neues Auto gesucht. Zu allem Überfluss haben nämlich jetzt beide Autos - nach meinem auch Luisas, heute morgen um 8h - ihren Geist aufgegeben, und der Steinsee ist weit. Aber ich hab schon mein Auge auf einen alten aber gut erhaltenen Golf geworfen...wir werden gut zusammenpassen...
 Und dann wurde mal wieder gebacken.
Dieser saftige Schoko-Birnenkuchen wurde zuerst hier gebacken, und mir ist er auch gut gelungen.
500g Birnen
125g Walnüsse
100g dunkle Schokolade
115g im Wasserbad geschmolzenen Butter
70g hellen Rohrzucker + 40g Zucker (oder eben 110g Zucker)
1 Ei
2 Tl Vanille-Extrakt (ich nahm eine halbe Tonkabohne)
Eine Prise Salz, eine Prise Zimt, eine Prise cayenne oder schwarzen Pfeffer
130g Mehl, 2 1/2 TL Backpulver
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 Kuchenform mit Butter und Mehl vorbereiten, Ofen auf 180°C vorheizen.
Walnüsse schälen und grob mahlen
 Schokolade mit dem Messer kleinhacken
Birnen schälen und reiben
Mehl, Backpulver und Gewürze vermischen
Zucker und flüssige Butter in einer Schüssel mischen, das Ei und Vanille/Tonkabohne darunterziehen. 
Dann die Nüsse, geriebene Birnen und Schokolade reinrühren, das Mehl darunterheben.
Den Teig in die Form geben und ca. 45 Minuten backen, bis der Kuchen sich fest anfühlt (Stäbchentest)
 In der Form gut zehn Minuten abkühlen lassen.
Wie es weitergeht, weiß man ja. 
Life goes on. Demands are met. Cars break down. No change in Mum's state. A heatwave spreads sweat and happiness. Cooking and baking return. Eating, too. On the terrace. Swimming on hold, no cars.
You can find the recipe for this delishously moist chocolate and pear cake here
 Und ein Abendlichtspaziergang ums Dorf herum ist immer drin, auch mal mit schwerem Herzen und ganz ohne Auto
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And a walk in the evening light, once around the village, is possible even with a heavy heart, and totally without the car